Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet und das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Ein absolutes Kultur- und Kunst-Highlight mitten im Herzen von Neu-Ulm ist das Edwin-Scharff-Museum. Nicht nur die ständigen und regelmäßig wechselnden Kunstausstellungen, sondern auch das angegliederte Kindermuseum sind ein Anziehungspunkt und ein beliebtes Ausflugsziel weit über die Stadtgrenze hinaus. Besonders erwähnenswert ist hier auch das angegliederte Café, das als sogenanntes Inklusions-Café von der Lebenshilfe Donau-Iller bewirtschaftet wird und mit Regionalität und einer kleinen, aber feinen Auswahl an Speisen und Getränken punktet.

Für kommerzielle Großveranstaltungen, wie Konzerte national und international bekannter Künstler, Comedy, Musicals etc. haben sich die Ratiopharm Arena und das Edwin-Scharff-Haus etabliert.

Allerdings wird Neu-Ulm im Bereich der regionalen Kunst- und Kulturszene kaum oder gar nicht wahrgenommen. Beim Jahresrückblick 2019 der Südwestpresse über die Kunst- und Kulturhighlights der Region wird Neu-Ulm nicht erwähnt, obwohl gerade 2019 im Rahmen des Stadtjubiläums zahlreiche gutbesuchte Veranstaltungen stattgefunden haben.

Es finden zwar zahlreiche Events statt, z.B. Rock am Petrusplatz, Rock in den Mai, Kultur auf der Straße, usw. Viele sind jedoch nur durch bürgerliches Engagement möglich (z.B. Feuerwehr Neu-Ulm). Bis auf das Theater Neu-Ulm gibt es keine Kulturstätte, die ganzjährig bespielt werden kann. Allerdings ist das kulturelle Angebot in Neu-Ulm in den letzten Jahren weniger geworden. Vielversprechende Projekte wurden eingestellt. Das Arts & Crafts im Wiley, den Kulturbiergarten in der der Flussmeisterei, den Neu-Ulmer Bahnhof und das Weiss-Areal gibt es nicht mehr. Das gleiche Schicksal wird auch die Künstler im LEW-Gebäude ereilen. Auch einige Cafés, die ein Kulturprogramm angeboten haben gibt es nicht mehr (z.B. Café Fortschritt und Salon Hansen).

Im Rahmen des Stadtjubiläums hat sich deutlich gezeigt, dass die Neu-Ulmer kulturinteressiert sind und sich dafür auch engagieren wollen! Daraus hat sich sogar eine Bürgerinitiative gegründet, die das Konzept eines soziokulturellen Zentrums am Standort des ehemaligen Barfüßers entworfen hat. Das Konzept wurde vom Stadtrat einstimmig für gut befunden. Die Umsetzung steht jedoch noch aus. Nach wie vor sind die engagierten Bürger weiter am Ball.

Mehr Informationen über das Projekt in der Ersten Folge der BiBi-Show mit unseren Kandidatinnen Bianca und Birgit.

Kunst und Kultur sind für die Entwicklung und die Attraktivität einer Stadt von zentraler Bedeutung und sind ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor. Sie steigern die Lebensqualität, den Zusammenhalt der Gesellschaft und das Freizeitangebot einer Stadt. Die Förderung von Kunst und Kultur ist daher als strategisches Element der Stadtpolitik zu verstehen. Die angespannte Haushaltslage stellt die Stadt natürlich vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Das Kulturangebot der Stadt wurde deshalb schon reduziert, z.B. Glacis-Programm mit seinen kostenlosen Angeboten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, das bürgerschaftliche Engagement, das sich beim Stadtjubiläum entwickelt hat weiter zu fördern und alternative Finanzierungs- und Fördermaßnahmen zu prüfen. Ein Kernthema der Freien Wähler Neu-Ulm ist die Einführung eines Bürgerhaushaltes. Dies würde den Bürgern die Möglichkeit geben, Einfluß zu nehmen für was die vorhandenden finanziellen Mittel eingesetzt werden. Damit könnten sie eine entsprechende Verwendung der Mittel für den Kunst- und Kulturbereich mitbestimmen.

Das Gelände des ehemaligen Offiziers-Casino soll in seiner einmaligen Lage an der Donau zur Nutzung für Kultur und Bürgerprojekte erhalten werden.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob unsere Stadt Bedarf an einem weiteren Business-Hotel hat, oder ob wir hier nicht die Chance ergreifen sollten ein kulturelles Zentrum von Neu-Ulmern für Neu-Ulmer zu errichten. Die Würfel zu der Bebauung bzw. den Abriss des ehemaligen Offiziers-Casinos sind noch nicht endgültig gefallen. Durch die geplante Beteiligung der Bürger und die sich im Rahmen der Kommunalwahl veränderten Mehrheiten können sich hier Änderungen ergeben, die für den Erhalt des Gebäudes sprechen.