Wir stehen vor der großen Herausforderung die vielfältigen Folgen von Digitalisierung,
Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben im Haushaltsplan der Stadt Neu-Ulm wird
wieder größer: die einseitige Ausrichtung auf die Automobilindustrie und deren Zulieferer hat
in Neu-Ulm dazu geführt, dass die Gewerbesteuereinnahmen drastisch gesunken sind (ca. 20
Mio. €). Im Gegenzug ist die Kreisumlage auf 40 Mio. € gestiegen. Falls dieser Trend anhält
sind die freien Rücklagen in zwei bzw. maximal drei Jahren aufgebraucht. Es muss also
gespart werden.

Es ist dringend notwendig für den Haushalt 2021 klare Sicht zu schaffen und die Planung auf
Basis der Smart-City-Agenda und der Einbeziehung der Bürger im Rahmen des
Bürgerhaushaltes zu erstellen. Am Beispiel der Stadt Münster ist klar erkennbar, dass sich der
Bürgerhaushalt insbesondere bei einer finanziell angespannten Haushaltslage erfolgreich
bewährt.

Eine Erhöhung von Steuern soll soweit wie möglich vermieden werden. Ob dies allerdings
gelingt, hängt entscheidend von den Anforderungen und Bedürfnissen der Bürgerinnen und
Bürger ab.

Die bestehenden strukturellen Defizite müssen identifiziert und beseitigt werden. Hierbei sind
der Landkreis und die Landesregierung in Bezug auf die Gesundheitsversorgung gefordert
Klarheit zu schaffen und gemeinsam mit der Stadt Neu-Ulm Lösungsansätze zu erarbeiten.
Die Krise der Automobilindustrie hat sich durch die starke Konzentration von Unternehmen
dieser Branche direkt auf die Stadt Neu-Ulm und deren Haushalt ausgewirkt. Diese einseitige
Ausrichtung muss durch eine gezielte Innovations- und Wirtschaftsförderung aufgelöst
werden.

Neu-Ulm muss zu einem attraktiven Standort für neue zukunftsorientierteBranchen und
Wirtschaftszweige werden, auch für der Kreativwirtschaft. Um im Standortwettbewerb
bestehen zu können, ist es für Neu-Ulm wichtig, einen attraktiven Rahmen für die
Unternehmen und deren Mitarbeiter zu bieten und die Wertschöpfung sowie das Know-How
vor Ort zu halten.

Wir müssen hier den aktiven Dialog mit der Wirtschaft und der Wissenschaft suchen,
Kooperationen aufbauen und innovative Konzepte entwickeln. Zu den innovativen Konzepten
gehören unter anderem lokale Sharing-Ansätze, Nachbarschaftsforen, Modellstadt für
moderne Verkehrskonzepte und nachhaltige Geschäftsmodelle, die sozialverträglich zu einer
ressourcenschonenden und CO2-freien Wirtschaft beitragen.